3 solidcam.de CNC-LANGDREHMASCHINEN IN IHRER FERTIGUNG NUR EINE FRAGE DER ZEIT? Der Verkauf von CNC-Langdrehmaschinen mit beweglichem Spindelstock, auch „Langdrehautomaten“ oder „Swiss-TypeMaschinen“ genannt, ist weltweit die am schnellsten wachsende Kategorie moderner Dreh-Fräs-Maschinen. Einst nur in spezialisierten Fertigungsbetrieben für medizinische Geräte, in der Luft- und Raumfahrtindustrie und bei der Fertigung von Teilen mit sehr hohen Stückzahlen anzutreffen, stürzen sich immer mehr Lohnfertiger auch bei kleineren und mittleren Losgrößen auf diese nicht mehr ganz so neue Technologie. Aber warum eigentlich? Traditionell wurden Langdrehautomaten für die Herstellung kleiner Produktionskomponenten wie Schrauben oder einfache Drehteile in hohen Stückzahlen angeschafft. Die früher kurvengesteuerten Automaten sind mittlerweile fast vollständig durch CNC gesteuerte Langdrehmaschinen ersetzt worden. Einer der Hauptunterschiede zu Kurzdrehern: Der Längsvorschub erfolgt beim Langdreher nicht durch das Werkzeug sondern durch das Material (Hauptspindel) selbst, sodass das Werkstück sowohl Vorschub als auch Schnittgeschwindigkeit liefert. Durch das Spannsystem und die anschließende Führungsbuchse wird die Materialstange, üblicherweise aus einem Stangenlademagazin, in den Arbeitsraum der CNC Drehmaschine eingeschoben. Die Anzahl der Rüstvorgänge können auf Langdrehmaschinen reduziert werden, indem sich Fräs- und Drehwerkzeuge an mehreren Werkzeugträgern befestigen lassen, welche je nach Kinematik der Maschine auch gleichzeitig in Eingriff gebracht werden können. Diese „Do-All-in-One“-Bearbeitungsstrategie heutiger Langdreher verkürzt die Produktionszeit der Teile und ermöglicht die schnelle Bearbeitung komplexer Werkstücke oft in einer einzigen Aufspannung. Wenn man sich vorstellt, wie ein durchschnittliches Werkstück anstatt in vier nur in einer Aufspannung gefertigt werden kann, erkennt man schnell den möglichen Produktivitäts- und Genauigkeitsvorteil. Hinzu kommt die vollautomatische Materialzuführung, durch die Langdreher in der Lage sind, nahezu 24/7, also rund um die Uhr, zu fertigen. Alles Vorteile, die moderne Betriebe mit passendem Teilespektrum nicht ignorieren können, denn sie bedeuten bares Geld! Fun Fact: Der im Englischen verwendete Begriff „Swiss-TypeMaschinen“ hat seinen Ursprung in der Uhrenindustrie. Diese Art der Bearbeitung wird Jakob Schweizer zugeschrieben, einem bekannten Uhrmacher aus der Region Biel in der Schweiz. Er perfektionierte das Verfahren zwischen 1872 und 1873. Seine wichtigste Errungenschaft war der verschiebbare Spindelstock, der eine gleichzeitige Drehung des Materials, eine Längsbewegung und radiale Werkzeughalter ermöglichte.
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